Ratgeber Zuletzt aktualisiert: August 2026

Kaminholz

die wichtigsten Tipps für gutes Brennholz

Nicht jedes Holz heizt gleich gut, und zu feuchtes Holz ist mehr als nur ineffizient – es kann den Schornstein gefährden. Wir zeigen, welche Holzart sich lohnt, wie du Restfeuchte erkennst und worauf du beim Kauf achten solltest.

Welches Holz eignet sich?

Holz ist nicht gleich Holz. Für den Kaminofen macht es einen deutlichen Unterschied, ob du Hart- oder Weichholz verfeuerst.

Grobe Brennwerte pro Raummeter – abhängig von Trocknungsgrad und Herkunft.
HolzartBrenneigenschaftØ Brennwert je rm
BucheLange Brenndauer, gleichmäßige Glut, Standard für Kaminholzca. 2.100 kWh
EicheSehr lange Brenndauer, braucht längere Trocknungszeitca. 2.100 kWh
Esche / AhornGute Brenneigenschaften, ähnlich Bucheca. 1.900–2.000 kWh
Fichte / Tanne (Nadelholz)Schneller Abbrand, mehr Funkenflug durch Harzca. 1.600 kWh

Hartholz von Laubbäumen wie Buche, Eiche, Esche, Ahorn oder Kirsche gilt als klassisches Kaminholz – es brennt lange, gleichmäßig und mit einem schönen Flammenbild. Frisches Nadelholz ist dagegen wegen seines hohen Harzgehalts weniger gut geeignet: Es sorgt für stärkeren Funkenflug und mehr Rußablagerungen. Gut abgelagert lässt es sich trotzdem in kleinen Mengen mitverfeuern.

Restfeuchte und richtige Trocknung

Trockenes Holz brennt nicht nur effizienter, sondern auch sicherer. Als Richtwert gelten ein bis drei Jahre Trocknungszeit, je nach Holzart und Scheitdicke – Eiche und dickere Scheite brauchen länger als dünnes Buchenholz.

Warum feuchtes Holz mehr als nur schlecht heizt

Verbrennst du zu feuchtes Holz, verpufft ein erheblicher Teil der Energie dafür, das enthaltene Wasser zu verdampfen, statt den Raum zu heizen. Schlimmer noch: Die unvollständige Verbrennung erzeugt mehr Rauch und Glanzruß, der sich im Schornstein ablagert – leicht entzündlich und ein echtes Risiko für einen Schornsteinbrand. Ein Feuchtemessgerät für wenige Euro schafft hier schnell Klarheit.

  • Anzeichen für trockenes Holz

    Trockenes Holz ist spürbar leichter als frisches, hat feine Risse an den Schnittflächen und eher graue statt helle, frische Rinde. Zwei Scheite gegeneinander geschlagen klingen hell und hohl statt dumpf.

  • Der richtige Lagerort

    Gut geeignet ist ein luftiger, regengeschützter Platz – etwa ein Kaminholzregal mit Dach. Mehr zur richtigen Stapelung und Modellauswahl im Ratgeber zum Kaminholzständer.

Wichtig zu wissen: Lagerst du Holz deutlich länger als nötig, sinkt der Heizwert wieder, und das Spalten wird schwerer – statt sauber entlang der Fasern zu brechen, splittert stark ausgetrocknetes Holz nur noch in kleine Teile. Mehr dazu im Ratgeber zu Spaltaxt und Spalthammer.

Raummeter oder Schüttraummeter?

Beim Holzkauf begegnen dir zwei unterschiedliche Maßeinheiten, die du nicht verwechseln solltest.

EinheitBedeutungEffektive Holzmenge
Raummeter (rm)Sauber gestapeltes Holz in 1 m³ VolumenMehr Holz, weniger Luft zwischen den Scheiten
Schüttraummeter (SRm)Lose in einen Behälter geschüttetes HolzWeniger Holz – mehr Luft durch unregelmäßige Lage

Der Unterschied schlägt sich meist auch im Preis nieder – vergleiche beim Kauf deshalb immer, welche Einheit ein Angebot tatsächlich meint, bevor du Preise gegenüberstellst.

Woher bekommst du gutes Kaminholz?

  • Baumarkt

    Praktisch für kleine Mengen zwischendurch, aber meist deutlich teurer pro Raummeter als andere Bezugsquellen – für die komplette Wintersaison selten die günstigste Wahl.

  • Holzhändler, Förster oder Landwirt

    Oft die günstigste Option für größere Mengen, besonders wenn du bereit bist, das Holz selbst abzuholen. Lokale Förster, Holzhändler oder auch Landwirte mit eigenem Waldbestand kennen zudem meist genau, wie lange ihr Holz schon abgelagert ist.

  • Lieferung nach Hause

    Viele Anbieter liefern Brennholz trotz des hohen Gewichts zu überschaubaren Versandkosten – praktisch, wenn du keinen Transport organisieren willst oder größere Mengen auf einmal brauchst.

FAQ: Kaminholz

Welches Holz brennt am besten?
Hartholz von Laubbäumen – vor allem Buche, aber auch Eiche, Esche, Ahorn und Kirsche – gilt als bestes Kaminholz. Es brennt lange, gleichmäßig und mit einem schönen Flammenbild. Frisches Nadelholz eignet sich dagegen kaum: Der hohe Harzgehalt sorgt für Funkenflug und Rußablagerungen im Ofen und Schornstein.
Wie lange muss Kaminholz trocknen?
Als Faustregel gelten ein bis zwei Jahre für dünneres Holz, bei dickeren Scheiten und harten Holzarten wie Eiche eher zwei bis drei Jahre. Entscheidend ist nicht allein die Zeit, sondern die tatsächliche Restfeuchte – die lässt sich mit einem einfachen Feuchtemessgerät in Sekunden prüfen.
Wie erkenne ich, ob mein Holz trocken genug ist?
Trockenes Holz wiegt spürbar weniger als frisches, hat Risse an den Schnittflächen und eine eher graue statt frische, helle Rinde. Schlägst du zwei Scheite gegeneinander, klingt trockenes Holz hell und hohl statt dumpf. Für eine verlässliche Zahl hilft ein Feuchtemessgerät: Werte um 15 bis 20 % Restfeuchte gelten als gut zum Verfeuern geeignet.
Was ist der Unterschied zwischen Raummeter und Schüttraummeter?
Ein Raummeter bezeichnet sauber gestapeltes Holz in einem Volumen von 1 m³ – die Scheite liegen ordentlich nebeneinander, mit wenig Luft dazwischen. Ein Schüttraummeter ist dagegen lose in einen Behälter geschüttetes Holz, bei dem durch die unregelmäßige Anordnung deutlich mehr Luft zwischen den Scheiten bleibt. Effektiv bekommst du beim Schüttraummeter also weniger Holz – das spiegelt sich meist auch im Preis wider.
Warum ist feuchtes Holz gefährlich?
Feuchtes Holz verbrennt nicht vollständig sauber – es entsteht mehr Rauch und Glanzruß, der sich im Schornstein ablagert. Diese Ablagerungen sind leicht entzündlich und erhöhen das Risiko eines Schornsteinbrands erheblich. Zusätzlich verpufft ein erheblicher Teil der Energie beim Verbrennen dafür, das enthaltene Wasser zu verdampfen, statt den Raum zu heizen.
Worauf muss ich bei einem offenen Kamin zusätzlich achten?
Im Gegensatz zum geschlossenen Kaminofen kann beim Nachlegen von Holz in einem offenen Kamin leichter Rauch in den Wohnraum austreten, etwa durch einen kurzen Druckabfall im Kamin beim Öffnen. Lege deshalb zügig und vorsichtig nach, halte den Raum gut belüftet und verwende möglichst trockenes Holz – feuchtes Holz raucht ohnehin stärker und verschärft das Problem zusätzlich.
Darf ich meinen Weihnachtsbaum im Kamin verbrennen?
Frische Tannen- oder Fichtenzweige sind wegen des hohen Harzgehalts denkbar ungeeignet – sie führen zu starkem Funkenflug und Rußablagerungen. Nur wenn das Nadelholz ordentlich abgelagert und durchgetrocknet ist, lässt es sich unbedenklich mitverfeuern, in kleinen Mengen und gemischt mit Hartholz.

Kaminholz kaufen: unsere Empfehlung

Setze auf Hartholz wie Buche oder Eiche und plane genug Trocknungszeit ein – ein bis drei Jahre je nach Holzart und Scheitdicke. Ein Feuchtemessgerät schafft schnell Klarheit, ob dein Holz wirklich bereit für den Ofen ist.

Verzichte auf zu feuchtes Holz nicht nur wegen der schlechteren Heizleistung, sondern auch wegen des Schornsteinbrand-Risikos durch Glanzruß – ein Punkt, der beim Thema Kaminholz zu oft übersehen wird.