Feigenbaum überwintern:
im Topf, im Beet und wann Frostschutz nötig ist
Die Feige wirft im Herbst ihr Laub ab und kann dann mehr Kälte vertragen, als man einem Baum aus dem Mittelmeerraum zutraut. Wie viel, hängt an drei Dingen: ob sie im Topf oder im Beet steht, wie alt sie ist und ob der Frost das Holz oder die Wurzeln trifft. Danach richtet sich, wann du sie schützt und wann sie ins Quartier muss.
Topf oder Beet: die Weiche für den Winterschutz
Eine Feige im Topf überwinterst du am sichersten drinnen, kühl und frostfrei. In milden Lagen kann sie auch draußen bleiben, wenn du den Kübel gut einpackst. Eine Feige im Beet bleibt draußen und bekommt Schutz für Wurzeln und Krone, je nach Alter und Wetter mehr oder weniger.
Zwei Dinge verschieben die Grenze. Erstens das Alter: Eine frisch gepflanzte Feige ist deutlich empfindlicher als ein Baum, der seit Jahren an seinem Platz steht. Deshalb ziehst du eine junge Feige am besten ein paar Jahre im Kübel und pflanzt sie erst aus, wenn sie kräftig verholzt ist. Zweitens die Region. In Weinbaulagen wie am Oberrhein oder an der Mosel und in Küstennähe kommt eine eingewachsene Feige mit wenig Schutz aus. In rauen Lagen und im Mittelgebirge ist die Feige im Kübel mit frostfreiem Quartier der verlässlichere Weg.
Auch die Sorte zählt. Bornholmfeige, Bayernfeige (‘Violetta’), ‘Brown Turkey’ und ‘Chicago Hardy’ gelten als robust. Eine Feige ohne Sortenangabe plant man besser nicht als winterhart ein.
Wie viel Frost hält ein Feigenbaum aus und wann ist Frostschutz nötig?
Eine einzige Gradzahl gibt es nicht, weil Holz und Wurzeln unterschiedlich viel vertragen. Junge, im Sommer gewachsene Triebe erfrieren ab etwa −10 °C, vor allem an den Spitzen. Älteres, gut verholztes Holz robuster Sorten übersteht meist −12 bis −15 °C. Wird es noch kälter, friert auch ein alter Baum oberirdisch oft bis weit herunter zurück.
Die Wurzeln im Beet liegen im Boden und frieren langsam. Der Wurzelballen im Kübel dagegen grenzt an allen Seiten an kalte Luft und friert in einer längeren Frostperiode komplett durch. Darum ist der Topf schon bei Werten gefährdet, die das Holz noch locker wegsteckt. Einzelne leichte Nachtfröste im Herbst schaden der Topffeige nicht, sie helfen sogar beim Abhärten und lassen das Laub fallen.
| Vorhersage | Feige im Kübel | Junge Feige im Beet | Eingewachsene Feige im Beet |
|---|---|---|---|
| Einzelne Nächte knapp unter 0 °C | Draußen lassen, das härtet ab | Mulch ab November reicht | Mulch ab November reicht |
| Mehrere Frostnächte bis etwa −5 °C | Einräumen oder Kübel rundum einpacken | Mulch reicht noch | Mulch reicht |
| Dauerfrost oder Nächte unter etwa −5 °C | Ins frostfreie Quartier | Krone komplett einpacken, Drahtring mit Laub | Mulch reicht meist noch |
| Unter −10 °C angesagt | Nur noch drinnen | Voller Schutz, in kalten Lagen umlegen und eingraben | Krone einpacken oder Drahtring mit Laub füllen |
| Unter −15 °C angesagt | Nur noch drinnen | Voller Schutz | Voller Schutz; Rückfrieren ist trotzdem möglich |
Friert eine Beetfeige oberirdisch zurück, treibt sie im Frühjahr meist aus dem Wurzelstock neu aus, solange die Wurzeln unter dem Mulch heil geblieben sind. Die Ernte fällt in dem Jahr dann meist aus und kommt erst im Jahr darauf wieder. Deshalb ist der Mulch über den Wurzeln der wichtigste Schutz überhaupt.
Feige im Topf überwintern: Quartier oder draußen
Die Feige gehört zu den Kübelpflanzen, die als letzte reinkommen. Warte, bis die ersten kühlen Nächte das Laub gelb gefärbt haben und es größtenteils gefallen ist, meist Ende Oktober bis Ende November. Spätestens wenn Dauerfrost angesagt ist, muss sie rein. Der Blattverlust im Herbst ist normal: Damit beginnt die Winterruhe.
Ein gutes Quartier ist frostfrei und kühl, mit 0 bis 10 °C. Das kann ein Keller sein, eine Garage, die nie unter null fällt, ein unbeheiztes Zimmer oder ein Treppenhaus. Weil die Feige ohne Laub ruht, darf es dort dunkel sein. Das unterscheidet sie von immergrünen Kübelpflanzen, die wie beim Zitronenbaum überwintern oder beim Oleander überwintern Licht brauchen. Nicht geeignet ist das warme Wohnzimmer: Dort treibt sie mitten im Winter aus, und die neuen Triebe bleiben dünn und weich.
Vor dem Einräumen nimmst du größere grüne Feigen ab, die bis jetzt nicht weich geworden sind. Sie reifen nicht mehr aus und faulen im Quartier. Die kleinen, etwa erbsengroßen Ansätze an den Triebspitzen bleiben dran, aus ihnen können im nächsten Sommer die ersten Früchte werden.
Bleibt der Kübel draußen, braucht er einen geschützten Platz an der Hauswand, möglichst unter einem Dachüberstand, damit wenig Nässe hinkommt. So schützt du ihn:
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Von unten isolieren
Stell den Kübel auf Styropor, eine Holzplatte oder Holzklötze, damit der Frost nicht vom Boden in den Ballen zieht.
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Gefäß einpacken
Wickle den Topf in mehrere Lagen Noppenfolie, Kokosmatte oder Vlies. Einfacher geht es mit einem größeren Gefäß, in das du den Topf stellst und den Zwischenraum mit Stroh füllst.
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Krone abdecken
Bei stärkerem Frost kommt ein Vlies über die Krone. Bei mildem Wetter öffnest du es, damit darunter nichts schimmelt.
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Kübel eingraben
Hast du ein freies Beet, kannst du den Kübel bis zum Rand in die Erde setzen. Der Boden schützt den Ballen dann von der Seite wie bei einer ausgepflanzten Feige.
Welche Kübelpflanzen den Winter draußen weitgehend allein schaffen und wie du einen Kübel grundsätzlich dämmst, erfährst du bei den winterharten Kübelpflanzen.
Feige im Beet überwintern: mulchen, einpacken, eingraben
Eine ausgepflanzte Feige bleibt im Winter draußen. Ab November bekommt ihr Wurzelbereich eine 10 bis 15 cm dicke Schicht aus Laub, Stroh oder Rindenmulch. Zu früh solltest du nicht anfangen: Die ersten kühlen Wochen braucht der Baum zum Abhärten.
Junge Feigen in den ersten Standjahren packst du ein, sobald Dauerfrost kommt. Bewährt hat sich ein Ring aus Maschendraht um den Stamm, den du mit trockenem Laub füllst. Bei kleinen Bäumen reicht auch ein Zelt aus Vlies über ein paar Stangen. Eine eingewachsene Feige braucht Schutz für die Krone erst, wenn Fröste unter −10 °C angesagt sind. In milden Phasen öffnest du die Hülle, damit sich darunter keine feuchte Wärme staut. Im Februar oder März, sobald keine starken Fröste mehr drohen, kommt der Schutz ganz ab. Halte das Vlies trotzdem bis in den April bereit, falls nach dem Austrieb noch einmal Nachtfrost angesagt wird.
Für kalte Lagen gibt es eine radikalere Methode: die Feige umlegen und eingraben. Das klappt nur bei jungen Bäumen mit biegsamen Trieben. Du bindest die Triebe zusammen, hebst neben dem Baum einen Graben aus, der so lang ist wie der Baum hoch, und stichst die Wurzeln auf einer Seite ab, sodass sich der Baum in den Graben biegen lässt. Ein Brett oder Pappe obendrauf hält Mäuse fern, darüber kommen etwa 30 cm Erde und Stroh. Im Frühjahr, wenn kein starker Frost mehr kommt, gräbst du ihn aus und richtest ihn wieder auf. Das schützt zuverlässig, kostet aber Wurzeln und einen halben Tag Arbeit. In den meisten Gegenden Deutschlands reichen Mulch und eine eingepackte Krone. Den übrigen Garten bereitest du mit der Anleitung Garten winterfest machen vor.
Pflege in der Winterruhe
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Kaum gießen
Ohne Laub verdunstet die Feige fast nichts. Prüf die Erde im Quartier alle drei bis vier Wochen und gib nur einen kleinen Schluck, wenn sie ganz ausgetrocknet ist. Nasse Erde in einem kühlen Raum lässt die Wurzeln faulen, das ist im Quartier die häufigere Gefahr als Trockenheit.
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Nicht düngen
Bis zum Austrieb im Frühjahr braucht die Feige keine Nährstoffe. Gedüngt wird erst wieder, wenn sie draußen wächst.
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Auf Schädlinge achten
Schau bei jeder Gießkontrolle an Trieben und Knospen nach Schildläusen und Spinnmilben. In warmen, trockenen Räumen breiten sie sich schneller aus.
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Laub wegräumen
Blätter, die im Quartier noch fallen, sammelst du ein, damit sie nicht auf der Erde faulen. Treibt die Feige im Februar oder März schon aus, stellst du sie an ein helles Fenster und lässt den Raum kühl.
Zeitplan von Oktober bis Mai
| Wann | Feige im Topf | Feige im Beet |
|---|---|---|
| Oktober | Draußen lassen, leichte Nachtfröste härten ab; große unreife Feigen abnehmen | Große unreife Feigen abnehmen |
| Ende Oktober bis Ende November | Einräumen, wenn das Laub größtenteils gefallen ist, spätestens vor Dauerfrost | Ab November Wurzelbereich 10–15 cm dick mulchen |
| Bei Dauerfrost | Im Quartier bei 0–10 °C | Junge Feige einpacken; eingewachsene erst bei angesagten Frösten unter −10 °C |
| Dezember bis Februar | Erde alle drei bis vier Wochen prüfen, nicht düngen | Hülle in milden Phasen öffnen |
| Ende Februar bis März | Rückschnitt vor dem Austrieb | Schutz abnehmen, Rückschnitt vor dem Austrieb |
| April | Tagsüber raus, an Sonne gewöhnen; bei Nachtfrost wieder rein | Erfrorene Triebe nach dem Austrieb bis ins grüne Holz zurückschneiden; Vlies für Spätfrost bereithalten |
| Nach den Eisheiligen, Mitte Mai | Dauerhaft draußen | Kein Schutz mehr nötig |
Beim Rückschnitt nimmst du im Spätwinter zu dicht stehende und nach innen wachsende Triebe heraus. Vor dem Winter wird nicht geschnitten, denn erst im Frühjahr zeigt sich, was der Frost erwischt hat. Bist du im März unsicher, ob ein Trieb noch lebt, kratzt du mit dem Fingernagel ein wenig Rinde ab: Grün darunter heißt lebendig, braun und trocken heißt erfroren. Wer ganz sicher gehen will, wartet den Austrieb ab und schneidet dann bis zur ersten treibenden Knospe. Trag Handschuhe, der Milchsaft der Feige reizt die Haut.
Beim Ausräumen im April gewöhnst du die Topffeige ein bis zwei Wochen lang an Sonne und Wind, zuerst im Halbschatten. Frische Triebe vertragen keinen Frost mehr, deshalb kommt sie bei angesagtem Nachtfrost wieder rein, bis nach den Eisheiligen Mitte Mai.
FAQ: Feigenbaum überwintern
Wie viele Minusgrade hält ein Feigenbaum aus?
Wie überwintere ich meinen Feigenbaum im Topf?
Wie überwintert man Feigen im Kübel draußen?
Wann schneidet man die Feige zurück?
Kann man einen Feigenbaum im Haus überwintern?
Warum verliert mein Feigenbaum die Blätter?
Kann man einen Feigenbaum zum Überwintern eingraben?
Was mache ich mit den unreifen Feigen im Herbst?
Feigenbaum überwintern: Unsere Empfehlung
Steht deine Feige im Topf, räumst du sie spät ein, wenn das Laub gefallen ist, und lässt sie bei 0 bis 10 °C frostfrei ruhen. Dunkel ist in Ordnung, warm nicht. Draußen bleibt sie nur in milden Lagen und mit gut eingepacktem Kübel, denn der Wurzelballen ist ihre Schwachstelle.
Steht sie im Beet, ist dicker Mulch über den Wurzeln der wichtigste Schutz. Junge Bäume packst du bei Dauerfrost ein, eingewachsene erst, wenn Fröste unter −10 °C angesagt sind. Friert trotzdem etwas zurück, treibt die Feige aus dem Wurzelstock neu aus.