Ratgeber Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026

Heizen ohne Strom:

was bei Stromausfall warm hält und was in der Wohnung sicher ist

Fällt im Winter der Strom aus, wird es in den meisten Wohnungen nach und nach kalt, auch wenn Gas in der Leitung und Öl im Tank ist. Für ein paar Stunden reicht es meist, die vorhandene Wärme in einem Raum zu halten. Dauert der Ausfall länger, brauchst du eine Wärmequelle, die ohne Steckdose läuft, und die bringt in der Wohnung eigene Gefahren mit.

Warum die Heizung ohne Strom ausfällt

Viele rechnen damit, dass ihre Gasheizung weiterläuft, solange Gas in der Leitung ist. Das stimmt in aller Regel nicht. Eine Gas- oder Ölheizung braucht Strom für die Regelung, für die Zündung des Brenners und für die Umwälzpumpe, die das warme Wasser zu deinen Heizkörpern schiebt. Ein Pelletkessel holt sich seinen Brennstoff mit einem Motor aus dem Lager, eine Wärmepumpe läuft ganz mit Strom. Fällt der Strom aus, schaltet deine Anlage ab, und die Heizkörper werden kalt.

Mit der Heizung fällt meist auch das warme Wasser aus, ob es aus der Therme oder aus einem Durchlauferhitzer kommt. In höheren Stockwerken kann sogar das Wasser selbst ausbleiben, wenn Pumpen im Keller den Druck erzeugen. Füll dir bei einer Vorwarnung deshalb ein paar Flaschen und Töpfe mit Wasser. Wasserkocher, Mikrowelle und Elektroherd gehen ebenfalls nicht, für warme Getränke brauchst du also einen anderen Weg.

Wie schnell es kalt wird, hängt vor allem am Gebäude. Eine Wohnung in einem gedämmten Mehrfamilienhaus hält die Wärme deutlich länger als ein freistehender Altbau mit alten Fenstern. Du hast also meist einige Stunden, bevor es wirklich ungemütlich wird. Nutz diese Zeit, um die Wärme zu halten, die noch da ist.

Gemütliches modernes Wohnzimmer bei Stromausfall mit Teelichtern, Wolldecke und Wärmflasche auf dem Couchtisch

Die ersten Stunden: Wärme im Raum halten

Solange die Wohnung noch warm ist, bringt Wärme halten mehr als jedes Gerät. Such dir einen Raum aus, in dem sich alle aufhalten und schlafen können. Gut eignet sich ein kleines Zimmer mit wenig Außenwand, tagsüber gern eines auf der Sonnenseite. Je kleiner dein Wärmeraum ist, desto länger bleibt er warm und desto mehr bringt dir später eine kleine Wärmequelle.

  • Türen zu, Zugluft abdichten

    Schließ die Türen zu den übrigen Räumen und leg ein zusammengerolltes Handtuch vor den Türspalt. Undichte Fenster dichtest du behelfsmäßig mit Decken oder Klebeband ab.

  • Fenster abends verhängen

    Über die Glasflächen verliert dein Raum viel Wärme. Zieh abends die Vorhänge zu und lass Rollläden herunter, soweit sie sich von Hand bewegen lassen. Tagsüber öffnest du sie auf der Sonnenseite und lässt die Sonne herein.

  • Anziehen statt aufdrehen

    Mehrere dünne Schichten übereinander halten wärmer als ein dicker Pullover, dazu Mütze und dicke Socken. Wie das Zwiebelprinzip funktioniert, liest du in den Tipps gegen Frieren. Unter einer gemeinsamen Decke wärmt ihr euch gegenseitig.

  • Warm essen und trinken

    Füll bei einer Vorwarnung Tee oder heißes Wasser in Thermoskannen, das bleibt viele Stunden warm. Warmes, kräftiges Essen hilft deinem Körper beim Heizen. Alkohol lässt dich nur kurz warm fühlen, denn er weitet die Gefäße in der Haut, und du verlierst mehr Wärme.

  • In Bewegung bleiben

    Steh regelmäßig auf, geh ein paar Minuten auf und ab oder räum etwas auf. Arbeitende Muskeln erzeugen Wärme, langes Stillsitzen in der Kälte kühlt dich aus.

Rechne nicht mit Wohlfühltemperatur. Dein Ziel ist ein Raum, in dem du mit warmer Kleidung gut zurechtkommst und nachts nicht frierst. Ein Thermometer im Wärmeraum zeigt dir, wie schnell die Temperatur sinkt, und hilft bei der Entscheidung, ob du eine zusätzliche Wärmequelle brauchst.

Eine Wärmflasche im Bett oder auf dem Schoß wärmt dich über Stunden. Ohne Strom brauchst du dafür heißes Wasser vom Kaminofen, vom Gasherd oder aus der Thermoskanne. Füll sie mit heißem, aber nicht kochendem Wasser, drück die Luft heraus und schraub den Verschluss fest zu.

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Welche Wärmequellen ohne Strom funktionieren

Wird es dir trotz allem zu kalt, brauchst du eine Wärmequelle, die ohne Steckdose läuft. In der Wohnung kommen dafür vor allem Geräte in Frage, die etwas verbrennen, und genau das macht sie gefährlich. Die Tabelle zeigt dir, was du realistisch erwarten kannst und worauf du achten musst.

Wärmequellen ohne Netzstrom im Vergleich. Maßgeblich ist jeweils die Anleitung des Herstellers.
WärmequelleVoraussetzungWärmeRisiko in der Wohnung
Kaminofen, Kachelofenam Schornstein angeschlossen, vom Schornsteinfeger abgenommen, Vorrat an trockenem Holzheizt einen Raum oder mehr, ein Kachelofen speichert die Wärme viele Stundengering bei Betrieb nach Anleitung, ein CO-Melder ist trotzdem sinnvoll
Pelletofenbraucht Strom für Förderschnecke und Zündungfällt bei Stromausfall auskein Notbehelf
Gasheizer mit Propan oder Butanvom Hersteller für Innenräume zugelassen, Sauerstoffmangelsicherung, Flasche höchstens 14 kgkräftig, reicht für einen Raumhoch, verbraucht Sauerstoff, Kohlenmonoxid, Gasaustritt, viel Wasserdampf
Petroleumofen mit DochtDochtofen ohne Elektronik, Laser- und Gebläseöfen brauchen Stromkräftig, reicht für einen Raumhoch wegen Kohlenmonoxid, Geruch, Brennstoff in der Wohnung
Ethanolkaminstandsicheres Gerät nach DIN EN 16647, Bioethanolgering, eher DekorationStichflamme beim Nachfüllen, offene Flamme
TeelichtofenTeelichter, feuerfeste Unterlageetwa 30 bis 40 Watt je TeelichtWachsbrand, wenn viele Teelichter dicht stehen
Wärmflasche, Decken, Schlafsackheißes Wasser für die Wärmflaschewärmt den Körper, nicht den RaumVerbrühung bei zu heißem Wasser
Powerstation mit Heizdeckegeladene PowerstationHeizdecke über Stunden, Heizlüfter nur Minutengering

Kamin- und Kachelofen

Hast du einen Kamin- oder Kachelofen, bist du für einen Stromausfall gut gerüstet. Ein Ofen ohne elektrische Steuerung braucht keinen Strom, und mit einem Holzvorrat für mehrere Tage heizt du deinen Wärmeraum, solange der Ausfall dauert. Ein Kachelofen gibt seine Wärme nach dem Abbrand noch viele Stunden ab. Lager dir vor dem Winter genug ein, denn bei einem längeren Ausfall ist Brennholz schnell vergriffen. Worauf es bei Restfeuchte und Lagerung ankommt, liest du unter Kaminholz. Ein heizender Ofen trocknet die Raumluft oft aus. Was dann hilft, liest du unter Trockene Heizungsluft. Anders ist es beim Pelletofen, der Strom für Förderschnecke und Zündung braucht und mit der Zentralheizung ausfällt.

Gasheizer und Petroleumofen

Ein mobiler Gasheizer mit Propan- oder Butanflasche und ein Petroleumofen mit Docht laufen ohne Strom und heizen einen Raum spürbar auf. Beide verbrennen ihren Brennstoff ohne Abgasrohr direkt in deiner Raumluft. Sie verbrauchen Sauerstoff und geben Abgase und viel Wasserdampf ab. Wird der Sauerstoff knapp, verbrennt das Gas unvollständig, und es entsteht mehr Kohlenmonoxid.

Kauf deshalb nur ein Gerät, das der Hersteller ausdrücklich für Innenräume zulässt und das eine Sauerstoffmangelsicherung hat, die bei sinkendem Sauerstoffgehalt abschaltet. Lies die Anleitung schon vor dem Kauf. Manche Hersteller schreiben ein Mindestvolumen des Raums vor, das ein kleines Zimmer nicht erreicht, oder schließen Schlafzimmer, Keller und Hochhauswohnungen aus. Beim Petroleumofen achtest du auf die Bauart, denn Laser- und Gebläseöfen brauchen selbst Strom. Ohne Strom läuft der Dochtofen.

Ethanolkamin und Teelichtofen

Ein Ethanolkamin sieht warm aus, heizt aber wenig. Gefährlich wird es beim Nachfüllen. Gießt du Bioethanol in eine noch heiße Brennkammer, kann eine Stichflamme herausschlagen. Lass ihn deshalb ganz ausbrennen und abkühlen, bevor du nachfüllst.

Teelichtöfen aus Tontöpfen gelten oft als Notheizung. Ein Teelicht gibt etwa 30 bis 40 Watt Wärme ab, vier zusammen also grob so viel wie eine alte Glühbirne mit 150 Watt. Ein Heizlüfter bringt rund 2.000 Watt. Für deine Hände am Tisch reicht ein Teelichtofen, ein Zimmer heizt er nicht. Stell die Teelichter nicht dicht an dicht, sonst wird das Wachs zu heiß und kann als Ganzes in Flammen aufgehen. Einen Wachsbrand löschst du nicht mit Wasser, du erstickst ihn mit einem Deckel.

Strom aus dem Akku

Eine geladene Powerstation ersetzt keine Heizung, kann dir aber gezielt helfen. Eine Heizdecke oder ein Heizkissen braucht wenig Leistung und läuft damit über Stunden. Wie lange genau, rechnest du aus dem Typenschild der Decke und dem Datenblatt der Station aus. Einen Heizlüfter mit 2.000 Watt saugt eine Station mit 1.000 Wattstunden dagegen in weniger als einer halben Stunde leer. Für unterwegs und beim Holzholen draußen gibt es beheizbare Kleidung mit eigenem Akku. Eine Infrarotheizung läuft mit Netzstrom und fällt mit ihm aus.

Diese Geräte gehören nicht in die Wohnung

Holzkohlegrill, Gasgrill, Campingkocher, Heizpilz und Notstromaggregat sind für draußen gebaut. In Wohnung, Keller, Garage oder Zelt können sie einen Raum in kurzer Zeit mit Kohlenmonoxid füllen. Lass auch den Gasherd oder einen offenen Backofen nicht zum Heizen laufen.

Sicherheit in der Wohnung: Kohlenmonoxid, Frischluft, Mietrecht

Kohlenmonoxid entsteht, wenn etwas mit zu wenig Sauerstoff verbrennt. Du riechst und siehst es nicht. Erste Anzeichen einer Vergiftung sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Müdigkeit. Gerade die Müdigkeit macht es tückisch, weil Betroffene sich hinlegen, statt an die frische Luft zu gehen. Im Schlaf bemerkst du davon gar nichts.

  • Kohlenmonoxid-Melder aufhängen

    Ein batteriebetriebener CO-Melder nach DIN EN 50291 warnt vor gefährlichen Konzentrationen und funktioniert auch ohne Netzstrom. Er gehört in den Raum, in dem dein Ofen oder Heizer steht, montiert nach der Anleitung des Herstellers. Ein Rauchmelder erkennt Kohlenmonoxid nicht.

  • Regelmäßig lüften

    Öffne bei laufendem Gas- oder Petroleumgerät das Fenster regelmäßig weit, so wie es die Anleitung vorgibt. Das kostet dich etwas Wärme, bringt aber Sauerstoff herein und den Wasserdampf hinaus.

  • Nicht bei laufendem Gerät schlafen

    Schalte Gasheizer und Petroleumofen aus, bevor du dich schlafen legst oder die Wohnung verlässt. In der Nacht wärmen dich Schlafsack, Decken und Wärmflasche.

  • Auf Prüfzeichen und Abstand achten

    Ein GS-Zeichen zeigt, dass eine unabhängige Stelle das Gerät geprüft hat. Achte bei mobilen Heizern auf einen Kippschutz, der beim Umfallen abschaltet, und halte Abstand zu Vorhängen, Möbeln und Bettzeug.

X-Sense Kohlenmonoxid Melder

X-Sense Kohlenmonoxid Melder

Hinweis: Der Xc0C-Sr ist ein unabhängiger Kohlenmonoxidmelder und unterstützt weder App- noch Basisstationsverbindung; für App wählen Sie Xc0C-iR, für Basisstation Xc0C-Mr/Xc0C-Mr11. 10 Jahre Lebensdauer: Schützen Sie Ihre Lieben vor der stillen Bedrohung durch Kohlenmonoxid mit diesem zuverlässigen CO-Melder, der Sie 10 Jahre lang begleiten wird! Betrieben wird der Melder durch austauschbare AA-Batterien mit einer Lebensdauer von 3 Jahren. Vielseitige Platzierungsmöglichkeiten: Dieser freistehende Co- Warnmelder kann auf jeder flachen Oberfläche, wie z. B. einem Schreibtisch, einem Bücherregal oder einem Nachttisch platziert werden; Schrauben für die Wandmontage sind ebenfalls enthalten. Schlank und kompakt: Dieser kleine und unauffällige CO-Melder misst gerade einmal 75 × 142 × 32 mm und macht in jedem Raum eine gute Figur. Stil und Sicherheit gehen hier Hand in Hand. Intuitive Bedienung: Dank der separaten Tasten ist dieser Melder auch in Notfallsituationen schnell und leicht zu bedienen; er bietet einen zuverlässigen Zugriff auf wichtige Funktionen wie die Überprüfung der CO-Spitzenwerte oder das Testen/Stummschalten des Alarms.

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Bei Verdacht auf Kohlenmonoxid

Klagt jemand über Kopfschmerzen oder Schwindel, während ein Heizer läuft, oder schlägt der Melder an, schaltest du das Gerät sofort aus, öffnest Fenster und Türen und bringst alle an die frische Luft. Ruf dann den Notruf 112, auch wenn es allen draußen schnell besser geht.

Gasflaschen und Brennstoff lagern

Für Flüssiggasflaschen in Wohnungen nennt die Feuerwehr klare Grenzen. Laut Merkblatt des Landesfeuerwehrverbands Sachsen gehören Gasflaschen nicht in Räume unter Erdgleiche, also nicht in den Keller, außerdem nicht in Treppenhäuser, Flure, Garagen und nicht an Rettungswege. In einer Wohnung dürfen höchstens zwei Flaschen stehen, leere mitgezählt, und in jedem Raum höchstens eine. Flaschen mit mehr als 14 Kilogramm Füllung gehören nicht in die Wohnung. Beim Wechsel schließt du beide Ventile, danach prüfst du den Anschluss mit Seifenwasser auf Dichtheit. Riechst du Gas, schaltest du kein Licht an, schließt das Flaschenventil, öffnest die Fenster und verlässt die Wohnung.

Petroleum bewahrst du im verschlossenen Originalkanister auf, kühl und nicht im Treppenhaus oder Flur, denn beide müssen als Fluchtweg frei bleiben.

Was in der Mietwohnung gilt

Ob du einen Gasheizer oder Petroleumofen in deiner Mietwohnung betreiben darfst, steht an mehreren Stellen. Die Regeln der Feuerwehr für Gasflaschen sind eine Orientierung. Dazu kommen Mietvertrag und Hausordnung, die das Lagern von Gasflaschen oder brennbaren Flüssigkeiten einschränken können, und die Anleitung des Herstellers. Lies alle drei, bevor du ein Gerät kaufst, und frag im Zweifel deinen Vermieter. Einen Kaminofen schließt du nur mit Zustimmung des Vermieters an, und vor der ersten Nutzung nimmt ihn der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger ab.

Fällt nur die Heizung aus, während der Strom da ist, liegt ein Mangel vor, den du dem Vermieter sofort meldest. Tut er trotz Mängelanzeige nichts, darfst du laut Berliner Mieterverein mit einem Heizlüfter überbrücken und die Kosten von ihm zurückverlangen. Das ist eine grobe Orientierung und keine Rechtsberatung. Verbindlich klärt das ein Mieterverein oder eine Anwältin für Mietrecht.

Wenn der Ausfall länger dauert

Was du je nach Dauer des Stromausfalls tust.
DauerWas du tust
Einige StundenWärme halten mit einem Raum für alle, Türen und Vorhänge zu, warmer Kleidung und Thermoskanne
Ein Tag und eine Nachtalle schlafen im Wärmeraum, mit Schlafsack und Wärmflasche; Ofen oder zugelassener Heizer stundenweise, mit CO-Melder und Lüften
Mehrere TageBrennstoff einteilen, Wasserleitungen gegen Frost sichern, Radio hören, bei Bedarf eine Anlaufstelle oder Verwandte mit Wärme aufsuchen

Dauert der Ausfall länger als einen Tag, musst du mit der Wärme haushalten. Teil dein Holz, Gas oder Petroleum so ein, dass es für die kältesten Stunden reicht, meist am Abend. Gas- und Petroleumgeräte bleiben nachts aus. Heiz den Wärmeraum stundenweise auf und lüfte dabei regelmäßig, statt ein Gerät ununterbrochen laufen zu lassen. Ein Radio mit Batterie oder Kurbel sagt dir, wie lange der Ausfall voraussichtlich dauert. Für großflächige Ausfälle planen viele Städte und Gemeinden Anlaufstellen, an denen du Wärme und Hilfe bekommst. Wo sie sind, erfährst du über Radio und Durchsagen.

Schau nach Nachbarn, die allein leben, alt oder krank sind. Ältere Menschen spüren Kälte oft weniger deutlich, kleine Kinder kühlen schneller aus. Woran du eine Unterkühlung erkennst, steht unter Erste Hilfe bei Unterkühlung.

Wasserleitungen vor Frost schützen

Kühlt die Wohnung bei Dauerfrost über Tage aus, wird es für Wasserleitungen in Außenwänden und unbeheizten Räumen kritisch. Ohne Heizung bringt es dann kaum noch etwas, Zimmertüren für warme Luft zu öffnen. Hält der Frost an und ist kein Ende des Ausfalls absehbar, schließt du den Haupthahn und entleerst die Leitungen, indem du die Wasserhähne öffnest. In der Mietwohnung sprichst du das mit Vermieter oder Hausverwaltung ab, vor allem wenn der Haupthahn das ganze Haus versorgt. Wie du Leitungen schützt und was bei einem eingefrorenen Rohr hilft, liest du unter Wasserleitung vor Frost schützen. Auch die Heizungsanlage selbst kann einfrieren, falls nötig entleert sie ein Fachbetrieb.

Notstromaggregat

Ein Notstromaggregat kann eine Zentralheizung im Prinzip wieder in Gang bringen. Es läuft allerdings mit Benzin oder Diesel, die du lagern musst, und es gehört ins Freie, weil seine Abgase Kohlenmonoxid enthalten. Die Heizungsanlage schließt du nicht selbst an, das erledigt eine Elektrofachkraft mit einer passenden Einspeisung. Für eine Mietwohnung ist ein Aggregat deshalb meist keine Lösung.

Vorsorge vor dem Winter: Checkliste

Was du vor dem Winter erledigst, musst du im Ernstfall nicht im Dunkeln suchen. Pack die Sachen an einen Ort, den alle im Haushalt kennen.

  • Brennstoff

    Hast du einen Ofen, legst du dir trockenes Holz für mehrere Tage hin. Für einen zugelassenen Gasheizer reicht eine volle Ersatzflasche, die in einem anderen Raum steht, sofern Hausordnung und Feuerwehr-Regeln das erlauben.

  • Kohlenmonoxid-Melder

    Häng ihn auf, sobald du einen Ofen, Gas- oder Petroleumheizer nutzt, und drück regelmäßig die Testtaste.

  • Warme Sachen griffbereit

    Schlafsäcke, Wolldecken, Mützen, dicke Socken und eine Wärmflasche für jede Person im Haushalt.

  • Licht und Feuer

    Taschenlampe mit Ersatzbatterien, Streichhölzer oder Feuerzeug, Teelichter und eine feuerfeste Unterlage.

  • Thermoskannen und Vorräte

    Zwei oder drei Thermoskannen und Essen, das du kalt isst oder auf dem Ofen warm machst.

  • Strom im Akku

    Eine geladene Powerbank fürs Handy, ein Radio mit Batterie oder Kurbel und bei Bedarf eine Powerstation für die Heizdecke.

  • Plan für den Wärmeraum

    Leg fest, welcher Raum es wird, und halte Handtücher für die Türspalten und Decken für die Fenster bereit.

FAQ: Heizen ohne Strom

Wie bekomme ich die Wohnung ohne Strom warm?
Zuerst hältst du die Wärme, die noch da ist. Zieh dich mit allen in einen kleinen Raum zurück, schließ die Türen, zieh die Vorhänge zu und dichte die Türspalten mit Handtüchern ab. Warme Kleidung in mehreren Schichten, Decken und eine Wärmflasche bringen mehr als die meisten Notbehelfe. Reicht das nicht, heizt du mit einem Kamin- oder Kachelofen oder mit einem Gas- oder Petroleumgerät, das für Innenräume zugelassen ist, dann aber mit Kohlenmonoxid-Melder und regelmäßigem Lüften.
Wie heizen im Notfall?
Im Notfall heizt du einen Raum statt der ganzen Wohnung. Am sichersten ist ein vorhandener Kamin- oder Kachelofen mit trockenem Holz. Mobile Gasheizer und Petroleumöfen mit Docht laufen ohne Strom, verbrennen aber in deiner Raumluft. Nimm nur Geräte, die der Hersteller für Innenräume zulässt und die eine Sauerstoffmangelsicherung haben, häng einen CO-Melder auf, lüfte regelmäßig und schalte sie vor dem Schlafen aus. Holzkohlegrill, Campingkocher und Notstromaggregat gehören nicht in die Wohnung.
Welche Heizung braucht keinen Strom?
Kaminofen, Kachelofen und andere Holzöfen ohne elektrische Steuerung laufen ohne Strom, ebenso mobile Gasheizer und Petroleumöfen mit Docht. Zentralheizungen mit Gas, Öl oder Pellets brauchen dagegen Strom für Regelung, Zündung und Umwälzpumpe, eine Wärmepumpe läuft ganz mit Strom. Auch Pelletöfen sowie Laser- und Gebläseöfen für Petroleum fallen bei einem Stromausfall aus.
Wie heize ich einen Raum ohne Heizung?
Nimm den kleinsten Raum, den ihr gut nutzen könnt, und halte ihn dicht, indem du die Türen schließt, Spalten abdichtest und die Fenster abends verhängst. In einem kleinen Raum bleibt die Wärme länger, und mehrere Personen wärmen sich gegenseitig. Als Wärmequelle eignen sich ein Kaminofen oder ein für Innenräume zugelassener Gasheizer mit Sauerstoffmangelsicherung, dessen Anleitung die Raumgröße zulässt. Ein Teelichtofen wärmt die Hände, aber nicht den Raum.
Darf ich einen Gasheizer in der Mietwohnung benutzen?
Das hängt an mehreren Regeln. Für Gasflaschen nennt die Feuerwehr Grenzen als Orientierung, etwa höchstens zwei Flaschen je Wohnung, keine im Keller, Treppenhaus oder Flur und keine Flaschen mit mehr als 14 Kilogramm Füllung. Dazu kommen Mietvertrag, Hausordnung und die Anleitung des Herstellers, die zum Beispiel Schlafzimmer oder kleine Räume ausschließen kann. Frag im Zweifel vor dem Kauf deinen Vermieter. Das ist eine Orientierung und keine Rechtsberatung.
Funktioniert eine Infrarotheizung ohne Strom?
Nein. Eine Infrarotheizung wandelt Netzstrom in Wärme um und fällt bei einem Stromausfall mit aus. An einer Powerstation läuft sie wegen ihrer hohen Leistung meist nur kurz. Sinnvoller ist dort eine Heizdecke, die wenig Strom braucht.
Wie heize ich beim Camping ohne Strom?
Im Zelt gelten dieselben Gefahren wie in der Wohnung, nur auf engerem Raum. Ein Gasheizer, Grill oder Kocher im geschlossenen Zelt kann schnell gefährlich viel Kohlenmonoxid erzeugen. Halte dich nachts mit einem Schlafsack warm, dessen Komfortbereich zur Nachttemperatur passt, dazu mit einer Isomatte gegen die Bodenkälte und einer Wärmflasche im Fußteil.

Heizen ohne Strom: unsere Empfehlung

Halte in den ersten Stunden die Wärme, die noch da ist. Ein Raum für alle, Türen und Vorhänge zu, warme Kleidung und eine Thermoskanne reichen für viele Ausfälle.

Brauchst du mehr, ist ein Kamin- oder Kachelofen die sicherste Wahl. Einen Gasheizer oder Petroleumofen nutzt du nur, wenn der Hersteller ihn für Innenräume zulässt, und dann mit CO-Melder, regelmäßigem Lüften und ausgeschaltet in der Nacht. Grill, Campingkocher und Aggregat bleiben draußen.